Witas - Wildtier und Artenschutz e.V Saar

patrouille
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Staatsanwalt ermittelt weiter

 

Patrouille

Hallo, nach langen Suchen nach einem Ansprechpartner für mein Anliegen bin ich auf
Sie gestoßen und hoffe, dass ich bei Ihnen richtig bin. Am vergangenen Mittwoch Nachmittag, kurz nach 14 Uhr fuhren mein Sohn und ich zwischen Ober und Unterfelsberg nach Hause und mußten feststellen, dass ein Auto mit franz. Kennzeichen ein  Rehböckchen angefahren hatte. Ich fuhr nach Oberfelsberg ( ca. 250 Meter davon entfernt ) um zu drehen und als wir wieder ankamen, mußten wir mit Entsetzen feststellen, dass zwei " Herren " der Straßenmeisterei ? ( oranger Transporter mit NK- Nummer ) gerade vorfuhren und ausstiegen. Sie gingen zu dem aufrecht sitzenden und hechelnden Rehbock, welcher ganz gewiss nur einen Schock hatte und hinter der Leitplanke saß  (keinerlei Blut aus Nase, Mund und Ohren). Dann zückte einer der beiden, unserer Meinung nach, ein Teppichmesser, drückte die Klinge raus, nahm das Tier von hinten an den Hönern und schnitt ihm vor unseren Augen den Hals durch , ohne zu kontrollieren wie es dem Tier ging !!!!!!!! Da die Klinge offensichlich nicht scharf genug  oder abgebrochen war, versuchte das < angeschnittene > Tier rückwärts aufzustehen und wegzulaufen, wobei der Mann es allerdings einholte und es weiter abschlachtete, es an den Hönchen packte und es anschließend wie ein Stück Dreck auf den Laster warf.
Ich legte lautstark mein Veto ein und schrie, sie sollen es doch in Ruhe lassen und den Föster oder Tierarzt rufen, der feststellen könnte, ob das Tier wirklich getötet werden müsse, bekam ich lapidar zur Antwort : " Der weiß was er tut, er ist Jagdmeister ! "
Wenn dies wirklich so gewesen wäre, hätte dieser Mensch doch gewiss die Erlaubnis ein Jagdgewehr auf ihren Streckenkontrollen mitzuführen und müßte das nicht mit einem " Messer " jeglicher Art tun, oder ? Meiner Kenntnis nach darf er in fremden Revieren doch gar nicht töten, sondern muß den zuständigen Jagdpächter rufen, welcher das Tier im Notfall gewiss geschossen und nicht abgeschlachtet hätte !!!!!!Ich weiß leider nicht, ob anschließend die Polizei gerufen wurde, da die Leute ja auch einen Schaden am Auto hatten, weil mein Sohn und ich so entsetzt waren, dass wir danach nach Hause fuhren. Dieses Erlebnis beeinflußt unser beider Leben seither so sehr, dass wir Probleme haben, einzuschlafen. Ich wüsste gern, welche Möglichkeiten ich habe, in einem solchen Falle, einzuschreiten. Wäre ich, ohne zu drehen, ausgestiegen und hätte mich über das Reh gelegt um es zu schützen, hätten sie es dann gegen meinen Willen soooo töten dürfen ? Ich weiß auch nicht, ob diese Sache irgendwo vermerkt werden muss, wenn dies nicht getan wurde, grenzt dies meiner Meinung nach an Wilderei.

Ich kenne mich sehr gut mit Tieren aller Art aus und habe schon so manchem, angeblich verlorenen Geschöpf das Leben gerettet und finde aus genau diesem Grunde diese Attake gegen das Leben unmöglich----das war mal wieder  DER MENSCH- DIE BESTIE .

Über eine Rückmeldung Ihrerseits würden wir uns sehr freuen....

Liebe Grüße    Susanne und Julian Schmitt

„Der Landesbetrieb für Straßenbau–Saarland stellt hierzu wie folgt fest:

Es gehört nicht zu den Aufgaben des Landesbetriebs für Straßenbau, Wild nach Unfallereignissen aus dem Straßenraum zu entfernen oder schwer verletzte Tiere zu erlegen. Dies ist Aufgabe des für das Revier zuständigen Jagdpächters. Der vorliegende Fall bildet hier keine Ausnahme. Der Jagdpächter hat seine Aufgabe, sich um das verletzte Reh zu kümmern, nicht in Ausübung dienstlicher Obliegenheiten des Landesbetriebs für Straßenbau wahrgenommen.

Landesbetrieb für Straßenbau-Saarland“

Neuste Stellungnahme der Zeugen

Guten Abend Herr Jenal, mein Sohn und ich können nur wiederholen, was wir gesehen haben . Die Herren können gar nicht die Zeit gehabt haben, das Tier " sachgemäß " zu untersuchen, da sie mit uns zeitgleich vorfuhren und es war auch so, dass das Tier sehr wohl laufen konnte, mit zwei gebrochenen Beinen hätte es unmöglich aufstehen und weglaufen können, was es tat, aber eingeholt wurde, mit bereits aufgeschlitzem Hals kommt keiner mehr weit. Außerdem lag das Tier ziemlich weit von dem Auto und den Bremsspuren weg, etwas  weiter oben, hinter der Leitplanke, wie kam es wohl noch dahin, wenn es so schwer verletzt war. Dieses Reh flüchtete deshalb nicht, weil es total unter Schock stand !!! Wir haben beim Vorbeifahren an dem angeblich so stark beschädigten Wagen, keine sonderlich auffallenden Schäden beobachten können. Ebenso war innerhalb der Zeit in der wir anwesend waren, keine Polizei vor Ort. Was aber nicht bedeutet, dass diese anschliessend nicht noch kam, dies müßte dort ja notiert worden sein.
Wenn dieser angebliche Jäger wirklich soviel Erfahrung gehabt hätte, hätte er das Tier erschossen und nicht totgeschlitzt, um
es nicht mehr leiden zu lassen.
Was wir auch nicht verstehen, warum kümmert sich dieser Jagdpächter nicht darum, dass, wenn es dieses Jahr schon so viele
Wildunfälle auf diesem Streckenabschnitt gab, nicht endlich mal darum, ein riesengroßes " WILDWECHSEL"- Schild aufstellen zu lassen, damit wenigstens das eine oder andere freilebende Geschöpf dort eine Chance auf Leben hat.
In diesem Sinne...

 

Staatsanwalt ermittelt in dem Fall, auf unsere Anfrage hin, wurde die Angelegenheit nicht eingestellt.


 

 

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