| Tierschutzhotline |
|
Tierschutzhotline im Saarland
Die saarländische Regierung, unter Federführung des Umweltministers Mörsdorf, richtet eine Tierschutzhotline ein die so keiner wollte. Ohne entsprechende Rücksprache bei den Tierschutzverbänden wurde jetzt auf Vorschlag der Landtagsabgeordneten Wagner-Scheid eine Tierschutzhotline beim Ministerium für Soziales eingerichtet. Diese Hotline kostet den Steuerzahler 15.000,-€ und ist so uneffektiv, dass der bisherige Zustand zur Hilfe für in Not geratene Tiere besser ist, denn der Mitarbeiter welcher den Tiernotruf empfängt macht nichts anderes als das, was bisherige Praxis ist, er verständigt entweder die Tierheime, Wildtiernothilfe (Witas) oder die zuständigen Gemeindebauhöfe. Die Hotline soll von Montag bis Freitag von 8.00 Uhr bis 20.00 Uhr geschaltet sein und danach läuft eine Bandansage, so dass, wenn es zu einem Notfall kommen sollte die Polizei und/oder Feuerwehr aber auch engagierte Tierschützer gefragt sind. Der Vorschlag bei der Berufs- Feuerwehr mit der Nummer 111 diese Hotline einzurichten, da die Infrastruktur dort optimal sei, wurde vom Ministerium für Umwelt abgelehnt.
Auch gibt es Tierschutzverbände die sich für diesen Betrag gerne bereit erklärt hätten eine Tierschutzhotline rund um die Uhr einzurichten.Scheinbar wurde her wieder unter den Abteilungen der beiden Ministerien wie gewohnt gemauschelt, obwohl die Veterinäre beim Sozialamt klagen überlastet zu sein. Wir fordern Minister Mörsdorf auf in Zukunft bei Tierschutz relevanten Fragen die Tierschutzverbände mit einzubeziehen, denn seine Entscheidungen gehen oft an der Realität des Tierschutzes vorbei und bleiben im Nachhinein an den Tierschutzbverbänden hängen. Diese Hotline ist so nicht zu gebrauchen ! Unser Schreiben an Minister Mörsdorf das bis heute noch nicht beantwortet wurde !
Doch jetzt nach vier Monaten kam ein Schreiben von Dr. A.Ludes, mit der Bemerkung, dass diese Hotline so wie gepant auch richtig sei. Mit anderen Worten hier wurde wieder einmal am praktischen Tierschutz vorbei entschieden.
Umweltministerium
Herrn Minister S. Mörsdorf Herrn Staatssekretär R.Grün 66119 Saarbrücken per Fax 02.Dez.08 Tierschutz-Hotline Sehr geehrter Herr Mörsdorf Sehr geehrter Herr Grün Wie wir aus dem Schreiben vom 18.11.08 aus dem Tierschutzprogramm und der Saarbrücker Zeitung vom 28-11-08 erfahren konnten, ist die Einrichtung einer Tierschutzhotline im Umweltministerium geplant. Nach unseren Informationen sollen hierfür 15.000,- Euro bereit gestellt werden. Eine Einrichtung dieser Art können wir zwar begrüßen, allerdings streben wir an, dass die Tierschutzverbände mit in diese Planung einbezogen werden sollten.Unsere Vorstellung hierfür ist, dass im Referat Tierschutz in ihrem Ministerium zur derzeitig halben Stelle, eine zusätzliche Stelle geschaffen werden sollte. Allerdings nicht für die geplante Hotline, sondern um das Misere in der Vergangenheit im Bezug auf Personalmangel in diesem Referat abzubauen. Dass diese Person während der Dienstzeit eine Tierschutzhotline betreuen kann, dagegen ist zwar nichts zu sagen, allerdings stehen wir dann nach Dienstschluss wieder vor dem Problem wer ist für was zuständig. Wir denken es wäre von Vorteil, wenn sie neben der Tierschutzstiftung den Saarländischen Tierschutzbund und unsere Organisation bzw die in Gründung liegende Wildtier & Artenschutzvereinigung mit in die Planungen einbeziehen. So könnten die einzelnen Tierschutzvereine im Saarland eben nach Dienstschluss und an Wochenenden, abwechselnd die Hotline für Haustiere übernehmen, im gesamten Land und entsprechend den Einsätzen abgerechnet werden. Hierzu muss eben aber auch ein Veterinär erreichbar sein, was in der Vergangenheit und Gegenwart, aus eigener Erfahrung, sehr schlecht organisiert ist, da wir als Tierschützer oft vor Problemen mit Tieren stehen und vor Ort nichts unternehmen können um den leidenden Tieren helfen zu können. Oft vergehen Tage bis sich jemand vom Veterinäramt für das Problem zuständig sieht. Die TVG und Menschen für Tierrechte, ebenso Wildtier & Artenschutz, würde nach wie vor für Wildtiere zuständig sein. Dies hat sich in den vergangenen Jahren in der Praxis,bis auf das Problem mit Igeln, sehr gut bewährt.
Besser wäre natürlich eine fahrbare Einrichtung für einen Tiertransport bei Unfällen oder verletzten Fundtieren, wobei auch eine tierärztliche Versorgung noch vor Ort gewährleistet werden sollte. Aus eigener Erfahrung können wir sagen, dass die tierärztliche Versorgung eines der größten Probleme auch an Wochenenden ist und war. Helfer die in der Vergangenheit Tiere zu Kliniken brachten, mussten sich oft sehr freche Gespräche vor Ort anhören und es war nie zu erfahren was im Nachhinein mit den dort abgegebenen Tieren geschah. Bisher wurde das ganze Prozedere im Bezug auf Tierhilfe nur von ehrenamtlicher Seite durchgeführt und wird es auch in Zukunft sein. Wenn im kommenden Jahr die Vogelstation in Eppelborn eingerichtet wird, ist es doch dort auch möglich eine Stelle zu besetzen über das „Soziale Jahr“ oder ähnliches. Wir haben uns inzwischen so weit organisiert, dass für verschiedene Wildtiere in bestimmten Bereichen Ansprechpartner sind, wobei die Tiere letztendlichin Eppelborn versorgt werden. Welpen und/oder Jungtiere, welche noch nicht selbständig fressen können werden nach wie vor von ehrenamtlichen Helfern aufgezogen und dann ebenso nach Eppelborn gebracht. Zu Einrichtungen zwecks Rückführung der Tiere in die Natur müssten noch Gespräche in ihrem Haus geführt werden. Eine Hotline ja, jedoch mit Anrufumleitung zu den selbst eingeteilten Tierschutzvereinen allerdings zu unterscheiden zwischen Wild - oder Haustier. Derzeit ist es so, dass, wie letzte Woche geschehen, jemand einen verletzten Graureiher im Garten sitzen hat. Nach Information der Familie wählten sie sich den Finger wund um überhaupt jemanden zu erreichen der helfen könnte. Nachdem sich im Saarland niemand für das Tier zuständig sah, konnte die Familie Hilfe aus Kuselerfahren und bekommen. Wir hoffen mit diesem Schreiben auf Ihre Interesse an einer gemeinsamen Lösung zu suchen. Mit freundlichem Gruß H.Jenal |





























