Witas - Wildtier und Artenschutz e.V Saar

Fledermäuse
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Abendsegler

Der Große Abendsegler fliegt teilweise schon kurz vor Sonnenuntergang aus seinem Tagschlafquartieren aus und ist damit unsere frühste Art. So kann man ihn dann manchmal sogar noch mit Mauerseglern am Himmel jagen sehen. Deren Part übernimmt er dann auch, wenn die Vögel sich in der Dunkelheit aus den Jagdgebieten zurückziehen. Große Abensegler sind als schnelle und rasante Flieger – bis zu 50 km/h können sie erreichen – im freien Luftraum oft über Baumspitzenniveau unterwegs um Fluginsekten wie Zweiflügler, Käfer und Nachtfalter zu erbeuten. Diese werden dann im Flug mit den spitzen Zähnen in sekundenschnelle zerkleinert.

Bei ihren Quartieren sind Abendsegler auf Spechte angewiesen. In deren verlassenen Höhlen verschlafen sie nämlich in der Regel den Tag. Selbst sind sie nicht in der Lage, Baumhöhlen anzulegen, denn dazu sind ihre auf das Zerkleinern von Insekten spezialisierten Zähne nicht ausgelegt.

Im Spätsommer und Herbst liegt meist die Paarungszeit der heimischen Fledermäuse. Für die Männchen der Abendsegler bedeutet das Balzen aus einer Baumhöhle heraus – ein hohes Zirpen das auch für uns ohne technische Hilfsmittel hörbar ist. Das Sperma wird von den Weibchen gespeichert und der Eisprung und die Befruchtung der Eiszelle erfolgt erst im Frühjahr.

Abendsegler zählen zu den weit wandernden Arten die im Extremfall zu ihren Winterquartieren bis zu 1000 oder gar 2000 Kilometer zurücklegen. Den Winter verbringen sie meist auch in Baumhöhlen. Da diese ja in der Regel nicht frostsicher sind, kommt eine besondere Strategie zum Tragen. Sie versammeln sich ich in großen Gruppen und schichten sich immer mal wieder um. Die äußeren wachen also irgendwann mal auf und wandern ins Innere des Abendseglerpulks. Mit einer Spannweite von bis zu 40 cm zählen Abendsegler zu den größten heimischen Fledermäusen. Typisches Kennzeichen sind die breiten recht kurzen abgerundeten Ohren mit einem pilzförmigen Ohrdeckel und eine breite Schnauze.

Zwergfledermaus


Mit nur etwa 20 cm Flügelspannweite und einem Gewicht von ca. 5 Gramm ist sie wirklich ein Zwerg unter den europäischen Fledermausarten. Daneben ist für die Art ein die gesamte Gattung Pipistrellus kennzeichnender kommaförmiger Ohrdeckel (Tragus) typisch.

Sie zählt bei uns zu den gebäudebewohnenden Fledermäusen. Allerdings bezieht sie im Sommer als Tagschlafquartier nicht wie das Große Mausohr Dachböden im inneren der Gebäude sondern meist enge Spalten, Fugen und Ritzen an der Außenseite. Besonders Hohlräume mit einer Breite von nur ungefähr 2 cm hinter Wanderkleidungen aus Eternit, Holz oder Schindeln werden gern angenommen.

Hinweise auf ein von Zwergfledermäusen besetztes Quartier liefern neben dem Kot unterhalb des Quartiertes auch einzelne Kotkrümel im Bereich der Öffnung durch die sie einfliegen. Diese werden nämlich von Zwergfledermäusen während des frühmorgendlichen Schwärmens um und Einfliegen in das Quartier an die Wand geschleudert. Da der Kot schnell trocknet und wegen der vielen unverdaulichen Chitinteile stark bröselig ist lässt er sich leicht wieder entfernen und stellt im übrigen einen guten Blumendünger dar. Zur Hauptnahrung der Zwergfledermäuse zählen Mücken und kleine Nachtfalter die sie oft auch im Flug um Straßenlampen erbeuten, von deren Licht die Insekten angelockt werden.


Mit der Quartierwahl haben sich Zwergfledermäuse eigentlich recht gut an den Menschen angepasst. Allerdings finden auch sie immer weniger geeignete Unterschlüpfe, da Spalten leider häufig vergittert oder verschlossen werden. Hier kann man den Tieren mit sogenannten Fledermausbrettern helfen.

Etwa ab Mai finden sich Fledermausweibchen zu mehreren in Quartieren, den Wochenstuben, zusammen um hier ihre Jungen zu gebären. Eine Gruppe hat den Vorteil, dass sich die Weibchen gegenseitig wärmen können und somit nicht zuviel Eigenenergie aufbringen müssen. Die Jungen kommen nackt und blind zur Welt und werden auch erst nach etwa 3 – 4 Wochen flugfähig. Ihre Füße sind allerdings bei der Geburt bereits so weit entwickelt, dass sie sich in fledermaustypischer Art mit dem Kopf nach unten hinhängen können. Gerade geborene Zwergfledermäuse haben etwa die Größe einer Hummel und wiegen nur etwas mehr als 1 Gramm.

Zwergfledermaus

 

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